Ostereier-Malerei in Mardorf und Erfurtshausen
Die Ostereier-Malerei im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist vor allem in den Amöneburger Ortsteilen Mardorf und Erfurtshausen beheimatet. Dort hat sich das „Ostereier-Schreiben“ als eigener oberhessischer Brauch mit Wachsreservage-Technik, Sprüchen und ornamentalen Mustern über mehr als 200 Jahre erhalten.
Bedeutung
Die Eier sind nicht bloß Dekoration, sondern ein Stück regionaler Identität und Volkskultur. Sie verbinden christliche Osterzeichen mit älteren Symbolen für Leben, Frühling und Fruchtbarkeit. Früher wurden sie auch als Geschenke überreicht. „Sie sollen die Liebe, die christliche, die kindliche, die bräutliche Liebe und die freundschaftliche Liebe, verbunden mit guten Wünschen ausdrücken” (Irmgrad Bott, 1985).
Geschichte
Für Mardorf und Erfurtshausen ist die Tradition seit langem dokumentiert, und der Landkreis verweist in seinen kulturgeschichtlichen Unterlagen ausdrücklich auf Irmgard Botts Werk „Ostereier-Malerei aus Mardorf und Erfurtshausen“ von 1985. In zeitgenössischen Beschreibungen heißt es, die Verzierung sei im 18. Jahrhundert belegt bzw. seit über 200 Jahren lebendig.
Technik
Typisch ist die Wachsreservage: Muster und Sprüche werden mit flüssigem Wachs auf das rohe Ei aufgetragen, dann wird gefärbt, und das Wachs anschließend abgewischt. So entstehen die feinen, meist einfarbigen Batik-Eier mit altdeutschen Schriften und symbolischen Motiven.
Heute
Bis heute wird der Brauch öffentlich gepflegt, besonders beim Erfurtshäuser Ostereiermarkt in Mardorf, der am Palmsonntagswochenende stattfindet. Er wurde 1980 gegründet und ist der älteste in Deutschland. Seit 15 Jahren wurde er vom Brauchtumskreis Erfurtshausen organisiert. In 2026 fand er zum 47. Mal und gleichzeitig letzten Mal statt. Hier konnte man nochmal live erleben, wie die heimischen Ostereiermalerinnen (Rita Gockel, Mardorf; Hildegard Kempf, Mardorf; Anja Klemmer, Kirchhain und Katrin Schick, Mardorf) kunstvoll ihre Eier verzierten.
Text: Perplexity KI
Bild-Beschreibung: Ostereimalerin Hildegard Kempf aus Mardorf, Auswahl typischer Wachsbatikeier und Bursche beim „Lettern” („Leitern”), um sich bei seinem Mädchen das ihm zugedachte Ei abzuholen. Quellen: Thomas Rotarius und Brauchtumskreis Erfurtshausen

